8. Die Erziehung des Kindes vom Standpunkte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1907-01-10/p023 ·1907-01-10 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Da leuchtet die Geisteswissenschaft bis in Einzelheiten hinein. Es ist zum Beispiel nicht gleichgültig, ob rote oder blaue Farben sich in der Umgebung des Kindes befinden. Einem Kinde, das lebhaft ist, nervös vielleicht sogar, geziemt keineswegs dieselbe Farbe wie einem Kinde, das ruhig oder gar apathisch ist. Für das Letztere ist Blau die richtige Farbe, für das Erstere Rot. So kann selbst die Kleidung wohltätig oder lähmend auf das Kind wirken. So wird hineingewirkt bis in das Gehirn und das Herz, diese Werkzeuge der Seele. Von der Umgebung des Kindes hängt es mit ab, ob diese Organe vertrocknen oder zur Lebendigkeit heranreifen, ob sie langsam und träge sich entwickeln oder ob sie erweckt werden zu tätigem Leben.

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