8. Die Erziehung des Kindes vom Standpunkte der Geisteswissenschaft
Da leuchtet die Geisteswissenschaft bis in Einzelheiten hinein. Es ist zum Beispiel nicht gleichgültig, ob rote oder blaue Farben sich in der Umgebung des Kindes befinden. Einem Kinde, das lebhaft ist, nervös vielleicht sogar, geziemt keineswegs dieselbe Farbe wie einem Kinde, das ruhig oder gar apathisch ist. Für das Letztere ist Blau die richtige Farbe, für das Erstere Rot. So kann selbst die Kleidung wohltätig oder lähmend auf das Kind wirken. So wird hineingewirkt bis in das Gehirn und das Herz, diese Werkzeuge der Seele. Von der Umgebung des Kindes hängt es mit ab, ob diese Organe vertrocknen oder zur Lebendigkeit heranreifen, ob sie langsam und träge sich entwickeln oder ob sie erweckt werden zu tätigem Leben.
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GA 68d/1907-01-10/p023 · edition original