8. Die Erziehung des Kindes vom Standpunkte der Geisteswissenschaft
Wenn aber ein Kind gelangweilt wird, so tötet man etwas ab, so wirkt man erschlaffend auf seine Organe; und das ist sehr schlimm. Denn was bis zum siebenten Jahre nicht herangebildet ist, das ist verloren für immer. Die ganze Richtung, die Wachstumstendenz ist ja bis dahin gegeben. Man versuche — oder vielmehr, man versuche es lieber nicht —, diese Behauptungen der Geisteswissenschaft auf ihren Wahrheitsgehalt dadurch zu prüfen, dass man zum Beispiel einem Kinde recht viel Eier, einem andern aber sehr wenig Eier zu essen gibt. Das letztere Kind wird merkwürdig gesunde Instinkte zeigen für das, was sein Leib als Nahrung braucht; das erstere dagegen nicht. Denn übermäßig viel Eiweiß löscht die gesunden Nahrungsinstinkte aus.
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GA 68d/1907-01-10/p025 · edition original