10. Das Wesen des Menschen
Der Mensch erscheint zunächst den äußeren Sinnen der Menschen. Wir können ihn betasten, können ihn sehen, hören, was er spricht; er ist den äußeren Sinnen wahrnehmbar. Der Verstand kann alles das kombinieren; der Anatom kann Menscheninneres erforschen. Aus alledem können wir uns eine Vorstellung machen, was der Mensch ist. Im Grunde genommen ist es kein großer Unterschied zwischen dem Sichtbaren, Tastbaren am Menschen und dem, was der Anatom, der Physiologe findet, wenn er den Menschen zergliedert. Alles das begreifen wir zusammen als das, was wir wissen können am Menschen. Manche sagen: Es gibt nichts anderes am Menschen als das, was die Sinne erfassen, was die Wissenschaft erforschen kann. — Andere sagen: Wohl gibt es noch vieles andere, doch wir können es nicht erforschen, wir müssen uns auf die sinnlichen Tatsachen beschränken. - Doch die Geisteswissenschaft sagt das nicht; für sie ist all das nur ein Teil der menschlichen Wesenheit. Der physische Menschenleib ist für sie nur ein Teil der sehr komplizierten menschlichen Wesenheit.
Cite:
GA 68d/1907-07-02/p015 · edition original