10. Das Wesen des Menschen
Was ist der Schlaf? Er bringt eine Veränderung in den Zusammenhang der eben geschilderten Glieder der Menschennatur. Solange der Mensch wacht, vom Morgen bis zum Abend, sind sie ineinander verschlungen und bilden ein lebendiges System ineinander wirkender Kräfte. Anders ist es nun im Schlaf. Hinuntergesunken sind Lust und Leid, Freude und Schmerz, wenn der Mensch im tiefen, traumlosen Schlaf liegt. Dass dies alles für den Menschen nicht da ist, kommt daher, weil sein Astralleib, der der Träger von Lust und Leid ist, im Schlaf ihn verlassen hat. Im Bette liegt nur der physische Leib des Menschen verbunden mit dem Ätherleib. Der Astralleib ist außerhalb des Menschen, sobald er in Schlaf versinkt. Was tut nun dieser Astralleib während der Nacht? Ruht er irgendwo im Wesenlosen? Nein! Grade wenn wir wissen, was der Astralleib in der Nacht tut, dann tun wir einen tiefen Blick hinein in das Wesen des Menschen.
Cite:
GA 68d/1907-07-02/p040 · edition original