10. Das Wesen des Menschen
Wir müssen uns das so vorstellen: Denken wir uns, dass wir, wie in einem großen Gefäß mit Wasser, eingeschlossen sind in einem Meer von Astralität. Von dieser saugt ein jeder Mensch, gewissermaßen wie ein Schwämmchen, tagsüber einen Tropfen in sich hinein und entlässt ihn wieder in der Nacht. Und so taucht in der Nacht der Astralleib unter in das, woher er stammt, er ist nachts wieder in seiner Heimat. Wie die ausschaut, kann Ihnen nur der Hellseher sagen. Der gewöhnliche Mensch hat keinerlei Einblick darin, doch bei dem Hellseher ist das anders, für ihn eröffnet sich in der Nacht in seinem bewussten Schlaf eine Welt von Licht und Farben, er lebt bewusst in der Welt der Sphärenharmonie, in der der Astralleib eines jeden Menschen unbewusst auch lebt. Und diese Welt ist keine Phantasie, diese Sphärenharmonie ist eine Wirklichkeit! Sie ist der Urgrund aller Dinge, es ist dasselbe, was man in der christlichen Religion nennt die Reiche der Himmel. Die Eingeweihten haben das immer gewusst. — Es mag wohl unerhört für viele klingen, wenn ich sage: Goethe wusste das auch! Wenn der Mensch in den Himmel hinauf entrückt wird, dann hört er jene Harmonien der Sphären, aus der die ganze Welt entstanden ist, und Goethe drückt das aus, wenn er sagt:
Cite:
GA 68d/1907-07-02/p042 · edition original