10. Das Wesen des Menschen
Das ganze bisherige letzte Leben tritt dann wie ein großes Tableau, wie ein Wandelpanorama vor die Seele des Menschen, doch in ganz eigentümlicher Art, denn alles, was den Menschen gefreut und ihm Leid bereitet hat in seinem Leben, das fehlt in diesem Gemälde, ganz objektiv schaut der Mensch sein Leben an. Das ist, solange der Ätherleib mit dem Astralleib und dem Ich verbunden ist. Dann trennt sich der Astralleib, und der zweite Leichnam des Menschen bleibt zurück, der Ätherleichnam. Der löst sich auf in den allgemeinen kosmischen Äther, ebenso wie sich der physische Leichnam auflöst, nur bedeutend schneller. Doch eine Essenz, ein Kraftzentrum bleibt zurück von diesem Lebenstableau, gewissermaßen eine Summe der Erlebnisse. Wie wenn man einem Buch ein neues Blatt hinzufügt, so fügen Sie jedes Mal den Inhalt Ihres letzten Lebens hinzu in diesem hellsehenden Umblick nach Ihrem Tode. Das kann Stunden, aber auch Tage währen, je nach der Individualität des Menschen.
Cite:
GA 68d/1907-07-02/p049 · edition original