10. Das Wesen des Menschen
Und diesen Zusammenhang zwischen den Ereignissen die später geschehen, und denen, die früher geschehen sind, nennt man [«Krma» — nicht «Karma»]. Aus jedem Lebenslauf geht für jeden Menschen ein gewisses [Krma] hervor. Das hat etwas tief Versöhnendes, wenn es in der richtigen Weise betrachtet wird; denn wenn wir im Leben oftmals einen tüchtigen, guten Menschen zu Armut und Elend verdammt sehen und einen anderen, scheinbar ganz ohne Verdienst, in Glück und Freude leben sehen, dann fragen wir wohl vergeblich, wie das kommen kann, was so ungerecht erscheint! Aber wenn wir das Gesetz von [Krma] kennen, wenn wir wissen, dass ein jeder sich sein Schicksal selbst zubereitet, dass [Krma] ein Lebensgesetz ist, wenn wir wissen: Alles, was ich tue, trägt seine Früchte, tue ich etwas Törichtes, Böses, dann werden die Früchte ebenso sein, tue ich Gutes, dann wird Glück und Freude die Folge sein -, dann wird dieses Gesetz etwas tief Versöhnendes sein für einen jeden, und wenn es erst, nicht nur theoretisch, sondern in Wahrheit das Leben des Menschen durchleuchtet, dann wird es in ihm neue Kräfte entfalten, es wird ihm Zuversicht, Orientierungsvermögen und Sicherheit im Leben geben.
Cite:
GA 68d/1907-07-02/p058 · edition original