11. Der Krankheitswahn im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1907-10-11/p008 ·1907-10-11 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Wie ein Arzt sich in solchem Falle verhalten kann, zeigt Ihnen folgendes Beispiel: Ein berühmter Arzt wurde in eine Familie gerufen, wo nicht nur die Familie, sondern auch der Hausarzt glaubte, das junge Mädchen sei an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Erst vermutete er, Liebesgeschichten seien schuld; dann fand er heraus, dass das junge Mädchen die Schule verlassen sollte, obgleich sie den dringenden Wunsch hatte, noch in sie besonders interessierenden Fächern unterrichtet zu werden. Er versprach ihr, das durchzusetzen unter der Bedingung, dass sie sofort sich ankleide, um in zehn Minuten an der Familientafel zu erscheinen. Keine Spur von Gehirnhautentzündung war zu merken. Es handelte sich im Allgemeinen um eine gewisse Verquickung seelischer Zustände.

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