11. Der Krankheitswahn im Lichte der Geisteswissenschaft
Ohne Ursache der Krankheit kann Nachahmung da sein. Das hat für unsere Weltanschauung eine tiefe Folge. Es macht uns unabhängig. Es macht uns aber auch klar, dass eine physische Erkrankung nur durch die Wirkung auf den physischen Leib geheilt werden kann. Ob wir äußerlich verletzt sind oder uns den Magen verdorben haben — in Wahrheit sind es äußerliche Verletzungen, die auch vom physischen Gebiet aus geheilt werden müssen. Was anders ist es, wenn im astralischen Leibe Hemmung entsteht. Was schadet das? Wenn Sie festhalten, dass das nicht drei getrennte Teile sind, wenn Sie annehmen, dass die höheren Leiber Bildner sind, wenn auch in engeren Grenzen als früher, so müssen Sie annehmen, dass es nicht bedeutungslos für den physischen Leib sein kann, wenn Hemmungen im astralischen Leib vorkommen. Schneidet man sich ins Fleisch, so schmerzt es; Haare und Nägel abzuschneiden schmerzt nicht. Diese Tatsache ist von grundlegender Bedeutung für das Verständnis. Alles, was in einem Lebendigen verletzt werden kann und nicht schmerzt, wächst wieder. Bei der Pflanze ersetzt sich das Blatt, die Blüte, weil sie keinen Schmerz daran hat. Niedere Tiere ebenfalls; sie können zerstückelt werden und die gelösten Teile ersetzen sich wieder. Der astralische Leib ist der Schmerz- und Lustträger; der Ätherleib ist der Wachstumsträger.
Cite:
GA 68d/1907-10-11/p020 · edition original