{"corpus":"steiner","locus":"GA 68d/1908-01-11","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11","ga":"68d","lecture":"1908-01-11","lecture_number":null,"title":"16. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1908-01-11","location":null,"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"passage_count":22,"word_count":2269,"translation_credit":null,"witnesses":[{"lang":"de","edition":"original","is_original":true,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":22,"passage_count":22,"word_count":2269},{"lang":"en","edition":"English","is_original":false,"is_default_edition":true,"first_passage":1,"last_passage":22,"passage_count":22,"word_count":2420,"completeness":{"ratio":1.07,"band":"comparable","note":null}}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten","evidence_translation":"Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one."},"passages":[{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p001","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p001","passage_number":1,"word_count":8,"text":"## GA 68d — 11 January 1908, Leipzig"},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p002","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p002","passage_number":2,"word_count":10,"text":"### 16. 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In unserer Zeit beschäftigt besonders die Frage: Wie gehen elterliche Eigenschaften auf das Kind über, und inwieweit werden die Eigenschaften der Eltern zu einer Art Schicksal für die Kinder? In der Kunst zeigen sich uns auch diese Fragen, so in Ibsens «Gespenster», wo Ererbtes von den Eltern sich in so furchtbarem Schicksale am dem Kinde vollzieht. Es erinnert das an das Schicksal in den Tragödien der Griechen, nur ins Materialistische gezogen. Das alles zeigt, dass diese Frage ein tiefes Interesse hervorgerufen hat. Ein Urteil hierüber hat nur der, welcher den ganzen Menschen betrachtet in seiner viergliedrigen Wesenheit. Unsere Zeit sieht ja nur den physischen Leib. In zweifacher Weise aber ist die Frage zu betrachten: einmal, in welcher Form der Anteil des Kindes zu betrachten, und dann, inwieweit das Elternpaar betätigt ist an dem, was aus dem Kinde wirkt."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p005","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p005","passage_number":5,"word_count":55,"text":"Die physische Wissenschaft kennt ein Wort, wenn sie von diesem Verhältnis spricht: «Vererbung». Sie braucht es für Menschen und auch für untergeordnete Lebewesen und überträgt es auf den Menschen recht mechanisch. Diese Wissenschaft ist sich einer Tatsache nicht bewusst: dass durch alle Stufen des Daseins eine große Gesetzmäßigkeit geht, dass diese Tatsachen sich aber steigern."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p006","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p006","passage_number":6,"word_count":215,"text":"Beim Menschen ist Vererbung etwas ganz anderes als bei den niederen Lebewesen. Wenn wir Vergleiche ziehen mit Tatsachen aus der niederen Natur, so finden wir zwei nah einander verwandte Begriffe: die Begriffe von Fortpflanzung und von Liebe. Die Liebe tritt schon in niederen Lebewesen hervor und verfeinert sich bis zum Menschen. Ich spreche hier nicht vom Begriff, sondern von etwas Realem, wie zum Beispiel Elektrizität. Sie ist eine reale Kraft, die durch alle Menschen hindurchgeht, nur steht diese Liebe in ganz anderen Verhältnissen. Wenn ein niederes Lebewesen seinen Höhepunkt erreicht und reif zur Fortpflanzung wird, tritt die Liebe mit ein. Wir sehen, dass diese niederen Lebewesen darnach erschöpft sind und bald sterben. Bei ihnen ist der Tod Anschluss an und die Folge von Liebe. Bei der Pflanze ist es nicht anders; nach der Befruchtung und nachdem der Keim für die nächste Pflanze entstand, stirbt sie ab. Steigen wir aber hinauf zu höheren Lebewesen, so sehen wir, dass solche sich etwas bewahren über die Liebe hinaus. Die Pflanze bewahrt sich nichts, sie stirbt; solches finden wir auch noch bei niederen Tieren; die Liebe bringt ihnen den Tod. Ein höheres Wesen aber bewahrt sich seine Individualität. Am höchsten ist das ausgebildet beim Menschen. Darin unterscheidet sich der Mensch ganz wesentlich von dem ihm am nächsten stehenden Tier."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p007","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p007","passage_number":7,"word_count":168,"text":"Es gibt eine Tatsache, die den Grundunterschied des Menschen vor allen Tieren charakterisiert. Gewöhnlich wird das nicht im richtigen Licht, noch nach richtigem Gewicht erkannt. Die Tatsache scheint einfach: Der Mensch kann von uns beschrieben werden als einzelnes, individuelles Wesen. Das hat für uns dasselbe Interesse, als wenn wir beim Tier eine ganze Gattung beschreiben. Beim Löwen zum Beispiel interessieren uns nicht seine Eigenschaften so sehr, sondern unser Interesse bleibt bei der Gattung. Vom Tiere kann man keine Biografie schreiben; das macht es Ihnen deutlich. Der Mensch ist als einzelner Mensch eine Gattung für sich. Die Biografie zeigt uns ganz klar, was uns die Geheimwissenschaft lehrt: Die Notwendigkeit der Wiederverkörperung. Bei Tieren finden wir ganz einfach die Ähnlichkeit mit den Eltern. Fragen wir uns aber doch, ob wir Schiller begreifen, wenn wir seine Eltern beobachten. Er kann wohl seine Nase, seinen Gang, seine Haltung, ja sogar seine Krankheitsanlage von seinen Eltern haben, aber nimmer werden wir bei ihnen das finden, worin eben Schiller für die Menschheit Schiller ist."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p008","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p008","passage_number":8,"word_count":131,"text":"Früher hat man angenommen, dass im Flussschlamm Fische entstehen können. Der Erste, der da Bresche schlug, war der italienische Naturforscher Redi. Dafür wäre er beinahe der Inquisition verfallen, weil er behauptete, Lebendiges müsse aus Lebendigem entstehen. Heute betrachtet man das als etwas Selbstverständliches. Aber auf dem Gebiete des seelisch-geistigen Wesens glaubt das die ganze Wissenschaft. Sie fragt bei Schiller nicht, woher kommen die seelischen Eigenschaften? Die Theosophie antwortet hierauf: durch Wiederverkörperung. Schillers Innerstes stammt nicht von seinen Vorfahren, sondern von der Gestalt in seinem vorhergehenden Leben. So sehen wir in jedem Menschen, was seine Ursachen im früheren Leben hat, und das wirft ein richtiges Licht auf das Verhältnis zwischen Vater, Mutter und Kind. Die Eltern geben nur die Hülle, damit dieses Wesen sich einverleibe, was im Grunde sein eigener Nachkomme ist."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p009","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p009","passage_number":9,"word_count":150,"text":"Ähnlich ist es mit dem Pflanzenkeim, der in die Erde versenkt wird. Die Idee, der Gedanke, enthält die ganze Form, aber niemals würde sie erstanden sein ohne diese Muttererde; ebenso entsteht nichts, wenn nicht der Keim hineinkommt. Ein Fleck Erde gibt Gelegenheit zur Entfaltung pflanzlicher Keime, dass aber Bohnenpflanze oder Erbsenpflanze daraus wird, dazu verhilft die Erde. Für die höhere Geisteswissenschaft ist es etwas Ähnliches mit des Menschen höherem Selbst. Nach der Zeit zwischen Geburt und Tod lebt der Mensch in einer anderen Welt, im Devachan. Dort bleibt er, bis er reif ist zu neuer Verkörperung. Dann muss ihm etwas gegeben werden, damit die Kraft in ihm sich materiell vollsaugen kann, und so erhält der Keim aus der geistigen Welt durch das Elternpaar seine Umhüllung. Da können wir nicht mehr sagen, dass Eltern auf das Kind vererben, als insoweit, als die Erde nur einen gewissen Anteil an der Pflanze hat."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p010","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p010","passage_number":10,"word_count":77,"text":"Nun wollen wir die viergliedrige Wesenheit des Menschen betrachten, und welchen Anteil ein jedes hat. Das neugeborene Kind durchlebt eine verschiedene Art der Entwicklung seiner einzelnen Teile. Von der Geburt bis zum Zahnwechsel erhält der physische Leib seine Form. Sie findet den Abschluss mit den eigenen Zähnen; die ersten Zähne sind ererbt. Die Form wächst wohl und erweitert sich, aber sie selbst ist bestimmt. Vom siebten Jahr zur Geschlechtsreife entwickelt sich der Ätherleib. Dies bildet den Schlusspunkt."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p011","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p011","passage_number":11,"word_count":97,"text":"Wird der Mensch geschlechtsreif, [so] wird er fähig, ein gleiches Wesen hervorzubringen. Ungefähr vom 14. bis 21. Jahre bildet sich der astralische Leib. Ebenso wie bis zum siebten Jahre sich alle Eigenschaften des physischen Leibes bilden, bilden sich in dieser Zeit die Eigenschaften des Astralleibes, alle die Triebe und Gefühle, die den Menschen in die Zukunft führen. Es ist ein Verbrechen, wenn in dieser Zeit versäumt wird, herauszubringen, was im Astralleib veranlagt ist, die rosige Hoffnungsseligkeit. Mit dem 22. Jahre kommt das Ich im Menschen heraus. So entwickelt sich jedes einzelne Glied des Menschen nach und nach."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p012","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p012","passage_number":12,"word_count":55,"text":"Welchen Anteil hat das, was vom früheren Leben stammt, und welcher Anteil ist von den Eltern überkommen? Darüber können wir aus der oben angeführten Tatsache viel lernen. Beim niederen Tier, weil nichts zurückbleibt bei der Geschlechtsreife —, wird nichts aus früherem Leben zurückbleiben; es wird absterben; keine Individualität ist vorhanden; sie sterben, wenn sie lieben."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p013","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p013","passage_number":13,"word_count":130,"text":"Nun werden Sie begreifen, dass im Grunde etwas vererbt ist, etwas im physischen und Ätherleib verankert ist und dass der astrale Leib und das Ich zurückführen müssen auf das frühere Leben. Was der physischen Form ähnlich sein kann, kommt bis zum siebten Jahre heraus. Bis zur Geschlechtsreife erkennen wir, welche Eigenschaften von Vater und Mutter vererbt sind. Bei der Geschlechtsreife kommen Dinge heraus, die vom früheren Leben stammen. So viel sich das Wesen herausrettet, nachdem es geschlechtsreif ist, so viel ist nicht vererbt. Trotzdem ist das früher Erworbene schon vorher da, das zeigt sich an der Tatsache, dass sich Anlagen schon in früher Jugend zeigen. Sie werfen ihre Schatten voraus, wenn sie von Vater oder Mutter nicht stammen können. Am physischen Leib und Ätherleib haben Vater und Mutter gemischten Anteil."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p014","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p014","passage_number":14,"word_count":123,"text":"Zuweilen kann ein Kind erst ganz der Mutter ähnlich sein, dann mehr dem Vater. Das ist dadurch herbeigeführt, dass in jedem Manne ein Weibliches und in jedem Weibe ein Männliches ist. Hier wirken vier Einflüsse durcheinander. Verwickelter ist das für den astralischen Leib und das Ich. Wichtig ist das, was früher hineingelegt wurde. Vergleichsweise möchte ich hier etwas anführen: Ein Mensch, der eine gewisse Individualität hat, lebt in sehr bequemen häuslichen Verhältnissen, aber durch irgendwelches Ereignis muss er sich mit einer elenden Wohnung behelfen. Das wird einen gewissen Einfluss auf ihn haben, trotzdem bleibt der Mensch derselbe, und er hat sich in die Verhältnisse zu fügen. Die Eltern sind nicht die Schöpfer, sie sind nur die Behausung, und die Lebewesen müssen sich hineinpassen."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p015","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p015","passage_number":15,"word_count":57,"text":"Was vom Weib kommt, hat seinen Einfluss vorzugsweise auf den Astralleib, was vom Mann kommt, auf das «Ich» des Kindes. Das Künstlerische, Dichterische stammt mehr von der Mutter, weil dieses Eigenschaften sind, die am Astralischen hängen. Dagegen das, was mehr auf das ordnende, praktische Leben Bezug hat, mit dem «Ich» zusammenhängt, kommt vom Vater. Wie Goethe sagt:"},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p016","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p016","passage_number":16,"word_count":21,"text":"> Vom Vater hab ich die Statur  \n> Und männigliches Führen;  \n> Vom Mütterchen die Frohnatur  \n> Und Lust zum Fabulieren."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p017","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p017","passage_number":17,"word_count":95,"text":"Hier ist der Alkohol zu erwähnen und seine verheerenden Wirkungen. Nur wer diese nicht kennt, kann den Einfluss auf die Nachkommenschaft unterschätzen. In furchtbarer Weise wirkt der Alkohol auf das «Ich» und auf astralische Dinge. Beobachten wir ein Kind, dessen Vater Alkoholiker ist, die Rasse könnte ja so kräftig sein, dass sie den Schaden überwindet; da finden wir Anlagen zu Krankhaftem, die alle Zusammenhänge mit Krüppelhaftigkeit des «Ich», mit Kretinismus haben. Sie sind viel verbreiteter, als man denkt, und werden in nächsten Generationen noch viel schlimmer sich zeigen, wenn nicht durch die Geisteswissenschaft dagegengewirkt wird."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p018","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p018","passage_number":18,"word_count":107,"text":"Es liegen Tatsachen unter der Oberfläche des Lebens, bei denen das «Ich» viel größere Mängel hat, als man glaubt. Vielfach hält man Menschen für besonders begabt, zum Beispiel Dichter. Heute ist das aber gar keine bewunderungswerte Begabung, die Sprache dichtet. In Wahrheit schreibt die Zeit; ein Feuilletonist, Unterhaltungsschreiber kann schwachsinnig sein. Gebunden sind Wirkungen des «Ichs» vorhanden und hängen mit Alkoholismus zusammen. Bei Frauen zeigt sich auch Schatten in der Ausbildung des astralischen Leibes, durch Haltlosigkeit, Ideenflucht. Hysterie zeigt auch, dass der astralische Leib nicht in Ordnung ist. An dieser Krankheit können Sie bestätigt finden, was die Geheimwissenschaft über das Verhältnis von Mann, Weib und Kind sagt."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p019","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p019","passage_number":19,"word_count":230,"text":"Wir sehen also, dass wir die flachen Begriffe der Vererbung wesentlich umgestalten müssen. Das Wesentliche bei allen diesen Dingen ist, dass unser Gesichtskreis erweitert wird nach geistiger Seite, aber auch nach moralischer. Umwandlung ist das Gold der Moral. Wie sehr findet der geniale Lichtblick Schopenhauers eine gewisse Berechtigung: «Indem Mann und Weib sich suchen, wirkt eigentlich schon die Nachkommenschaft.» Es ist ein feiner Begriff, den wir uns da bilden müssen. Sie sehen glühend brünstige Leidenschaft, die hinuntergeht bis in das Tierische und hinauf bis ins Höchste, wo Liebe Mann und Weib vereint. Es gibt einen Gesichtspunkt, einen egoistischen, der aus der Begierde hervorgeht. Er ist durch die ungeheuerliche unmoralische Dummheit hervorgebracht. Es ist nicht wahr, dass jeder Geschlechtstrieb befriedigt werden muss, im Gegenteil, es fördert alles, selbst bis in die Gesundheit, wenn das nicht der Fall ist. Wo die Liebe mit Reinheit sich verbindet, da wird eine Seele die beste Hülle finden. Es gibt ein Ideal, wo jeder niedere Trieb schweigt, nicht aus Enthaltsamkeit, und trotzdem für menschliche Nachkommen sorgt. Was das für eine Bedeutung hat für gewisse Dinge, dafür sind die Menschen noch nicht reif, aber es wird ein großes Glück sein. Man wird verstehen lernen, wie mit kosmischen und anderen Verhältnissen zusammenhängt die Entstehung des einen oder anderen Geschlechts. Würde heute davon ein Wort verraten, der größte Unfug würde entstehen. Heute kann nur an diese Dinge gerührt werden."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p020","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p020","passage_number":20,"word_count":154,"text":"Was geschieht nach dem Tode in der geistigen Welt? Das, was hinaufging, ruht im Devachan, um sich wieder zu verkörpern. Dieser Mensch umhüllt sich zunächst mit einem astralischen Leib. Wie ein unter einem Papier, auf dem Eisenfeilspäne [liegen], sich bewegender Magnet die Späne ordnet, so ordnet sich die astralische Materie zu neuem Körper. Wenn Sie okkult sehen könnten, würden Sie sehen, wie sich die astralische Materie ansetzt. Was ist das? Das ist etwas, was sich vermischt mit der Begierdenglut, die von Mann zu Weib geht. Wo Begierde schlimm ist, wird Schlimmes hineingemischt, wo die Liebe rein ist, wird die astralische Materie nicht verunreinigt. Das letzte Stadium liegt bei der größeren oder geringeren Reinheit der Liebesbeziehung. Wir können nicht Eigenschaften geben aus früheren Leben, aber wir können verhindern, dass astralische Materie verunreinigt werde. Reinheit wird unter solchen Anschauungen der Respekt vor der Freiheit des sich verkörpernden Menschen. Die Ideen der Wiederverkörperung muss man gefasst haben."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p021","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p021","passage_number":21,"word_count":73,"text":"Von dem Kinde gehen wir über zu der künftigen Generation. Ein jedes Kind muss dem Erzieher ein Rätsel sein, denn hinter seinem Leben steckt etwas Übersinnliches, was da herauswill. Dieses Heranreifende, dieses Übersinnliche in dem Kinde zu hegen, zu pflegen, ist die einzige Art der Erziehung, ihm gerecht zu werden. Und wir können sagen: Wollen wir der nächsten Generation ein Dasein geben, dann müssen wir die Freiheit des Kindes schätzen in der Erziehung."},{"locus":"GA 68d/1908-01-11/p022","url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p022","passage_number":22,"word_count":90,"text":"Im Leben der Gegenwart zeigt sich hauptsächlich Anerkennung des Sinnlichen. Wird erst das Übersinnliche anerkannt, dann gliedert sich Zukünftiges an Gegenwärtiges und Vergangenes. Wenn diese Ideen auf unsere Handlungen, auf unser Blut wirken werden, dann haben wir Theosophie ins Leben geführt. Derjenige, der die Erkenntnis nicht will, weil sie ihm zu unbequem ist, der schneidet, bildlich gesprochen, dem Baume die Wurzel ab. Erkenntnis ist die Wurzel und das Hineinwachsen zu den Anschauungen ist Stamm und Krone, und das Hineinwachsen erreichen wir, wenn wir die Theosophie in unser ganzes Leben aufnehmen."}]}