16. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft
Früher hat man angenommen, dass im Flussschlamm Fische entstehen können. Der Erste, der da Bresche schlug, war der italienische Naturforscher Redi. Dafür wäre er beinahe der Inquisition verfallen, weil er behauptete, Lebendiges müsse aus Lebendigem entstehen. Heute betrachtet man das als etwas Selbstverständliches. Aber auf dem Gebiete des seelisch-geistigen Wesens glaubt das die ganze Wissenschaft. Sie fragt bei Schiller nicht, woher kommen die seelischen Eigenschaften? Die Theosophie antwortet hierauf: durch Wiederverkörperung. Schillers Innerstes stammt nicht von seinen Vorfahren, sondern von der Gestalt in seinem vorhergehenden Leben. So sehen wir in jedem Menschen, was seine Ursachen im früheren Leben hat, und das wirft ein richtiges Licht auf das Verhältnis zwischen Vater, Mutter und Kind. Die Eltern geben nur die Hülle, damit dieses Wesen sich einverleibe, was im Grunde sein eigener Nachkomme ist.
Cite:
GA 68d/1908-01-11/p008 · edition original