16. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1908-01-11/p009 ·1908-01-11 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Ähnlich ist es mit dem Pflanzenkeim, der in die Erde versenkt wird. Die Idee, der Gedanke, enthält die ganze Form, aber niemals würde sie erstanden sein ohne diese Muttererde; ebenso entsteht nichts, wenn nicht der Keim hineinkommt. Ein Fleck Erde gibt Gelegenheit zur Entfaltung pflanzlicher Keime, dass aber Bohnenpflanze oder Erbsenpflanze daraus wird, dazu verhilft die Erde. Für die höhere Geisteswissenschaft ist es etwas Ähnliches mit des Menschen höherem Selbst. Nach der Zeit zwischen Geburt und Tod lebt der Mensch in einer anderen Welt, im Devachan. Dort bleibt er, bis er reif ist zu neuer Verkörperung. Dann muss ihm etwas gegeben werden, damit die Kraft in ihm sich materiell vollsaugen kann, und so erhält der Keim aus der geistigen Welt durch das Elternpaar seine Umhüllung. Da können wir nicht mehr sagen, dass Eltern auf das Kind vererben, als insoweit, als die Erde nur einen gewissen Anteil an der Pflanze hat.

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