{"corpus":"steiner","locus":"GA 68d/1908-01-11/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir sehen also, dass wir die flachen Begriffe der Vererbung wesentlich umgestalten müssen. Das Wesentliche bei allen diesen Dingen ist, dass unser Gesichtskreis erweitert wird nach geistiger Seite, aber auch nach moralischer. Umwandlung ist das Gold der Moral. Wie sehr findet der geniale Lichtblick Schopenhauers eine gewisse Berechtigung: «Indem Mann und Weib sich suchen, wirkt eigentlich schon die Nachkommenschaft.» Es ist ein feiner Begriff, den wir uns da bilden müssen. Sie sehen glühend brünstige Leidenschaft, die hinuntergeht bis in das Tierische und hinauf bis ins Höchste, wo Liebe Mann und Weib vereint. Es gibt einen Gesichtspunkt, einen egoistischen, der aus der Begierde hervorgeht. Er ist durch die ungeheuerliche unmoralische Dummheit hervorgebracht. Es ist nicht wahr, dass jeder Geschlechtstrieb befriedigt werden muss, im Gegenteil, es fördert alles, selbst bis in die Gesundheit, wenn das nicht der Fall ist. Wo die Liebe mit Reinheit sich verbindet, da wird eine Seele die beste Hülle finden. Es gibt ein Ideal, wo jeder niedere Trieb schweigt, nicht aus Enthaltsamkeit, und trotzdem für menschliche Nachkommen sorgt. Was das für eine Bedeutung hat für gewisse Dinge, dafür sind die Menschen noch nicht reif, aber es wird ein großes Glück sein. Man wird verstehen lernen, wie mit kosmischen und anderen Verhältnissen zusammenhängt die Entstehung des einen oder anderen Geschlechts. Würde heute davon ein Wort verraten, der größte Unfug würde entstehen. Heute kann nur an diese Dinge gerührt werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"16. Mann, Weib und Kind im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1908-01-11","location":null,"word_count":230,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-01-11/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68d/1908-01-11/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten","evidence_translation":"Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one."}}