17. Das Wesen des Menschen im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1908-01-29/p016 ·1908-01-29 · original (original)
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Heute wollen wir sprechen von dem Wesen des Menschen und uns dadurch eine Grundlage schaffen für die Beantwortung der Urrätsel der suchenden Menschheit, für die Beantwortung der Frage nach dem Geheimnis des Todes, das zusammenhängt mit der Frage nach dem Wesen des Lebens. Das Menschenwesen ist im Sinne der theosophischen Weltanschauung komplizierter, mannigfaltiger, als man gewöhnlich heute denkt. Man spricht zunächst von dem physischen Menschenleib. Für die Geisteswissenschaft, die einzudringen sucht in die Geheimnisse des Daseins vom übersinnlichen Standpunkt aus, ist der physische Menschenleib nur ein Glied der menschlichen Wesenheit. Machen wir uns klar, wie wir über diesen physischen Menschenleib im Sinne der Geisteswissenschaft zu denken haben. Wir können ihn verstandesgemäß begreifen. Wir schauen hinaus in unsere Umwelt. Wir sehen alles das, was vom kleinsten Stein auf der Erde bis zum leuchtenden Stern, zur leuchtenden Sonne uns umgibt; wir sehen Wesen der verschiedensten Art, die sich unseren Sinnen darbieten. Wir sehen, was wir die mineralische Welt nennen, die Welt der Stoffe und stofflichen Kräfte. Wenn wir diese Welt der Stoffe kennenlernen, die ausgebreitet sind um uns herum, die den Weltenraum erfüllen, die uns von den Sternen entgegenleuchten, so sind in dem menschlichen physischen Leibe dieselben Stoffe und Kräfte wie draußen in der scheinbar leblosen Natur. Diese Stoffe setzen den physischen Leib zusammen; dieselben Kräfte ziehen hindurch, bis der Menschenleib zerfällt. Für die Geisteswissenschaft gilt es wie in irgendeiner anderen Wissenschaft, dass der Menschenleib aus denselben Stoffen und Kräften zusammengesetzt ist wie die physische Welt. Aber es gilt für die Geisteswissenschaft ferner, dass die Stoffe und Kräfte im Menschen und in jedem Lebewesen eine Anordnung haben, die nicht an sich physisch und chemisch möglich wäre. Sie würden, sich selbst überlassen, in sich selbst zerfallen. Ein Bergkristall besteht in jener Form nach den physischen und chemischen Gesetzen, aber im Menschenleib ist das nicht möglich.

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