21. Das Gesundheitsfieber im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1908-02-27/p011 ·1908-02-27 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Welchen Maßstab nimmt nun das Ich zur Erhaltung der Gesundheit? Empirisch studieren lässt sich dies nicht. Es handelt sich darum, dass der richtige Maßstab für die Gesundheit erkannt wird in dem in sich harmonischen Behagen, in der Lust am Dasein, in der ungetrübten und ungestörten Lebensfreude. Diese Gefühlsstimmung des Behagens ist viel mehr wert als alles äußerliche Salben und sich von der Sonne bräunen lassen. Wo man seine Freude an Blumen, an Bäumen, am Sonnenschein hat, wo seine Lebenslust erhöht wird, seine Liebe zum Leben sich stärkt, da bleibt man gesund oder kann gestörte Gesundheit wieder ins Gleichgewicht bringen. Die gesunde Seele schafft auch einen gesunden Leib. Durch äußerliche Mixturen und Prozeduren kann man den Menschen im Gegenteil um seine Gesundheit bringen. Es kommt also in erster Linie auf die Gesunderhaltung der Seele an. «Mens sana in corpore sano!»

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