26. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente
Nun fragt es sich: Wann ist der Mensch vorzugsweise ein Melancholiker, ein Phlegmatiker, ein Sanguiniker, ein Choleriker? Es wurde schon in der Einleitung gesagt, dass alle Glieder der Menschennatur wechselweise aufeinander wirken. So wirken alle höheren Glieder der Menschennatur auf den physischen Leib. Wenn der Mensch kein Ich, kein individuell geartetes Ich hätte, dann würden sein Blut und die ganze Blutzirkulation nicht so sein, wie sie sind. Der Blutkreislauf ist der Ausdruck für das Ich. Das Ich ist rein geistig, aber die Wirkung dieses Geistigen, dieses Ich, ist das Blut in seiner ganzen Zirkulation. Wie das Blut in uns zirkuliert, so ist es der Ausdruck unseres Ich. Der Ausdruck des Astralleibes ist das Nervensystem — ein Ausdruck wenigstens. Der Ausdruck des Ätherleibes ist das Drüsensystem. Nur diejenige Wesenheit kann ein Drüsensystem haben, die durchzogen ist von einem Ätherleibe; denn der Ätherleib durchsetzt den physischen Leib mit dem Drüsensystem, das notwendig ist für das ganze Leben, für die Ernährung und Fortpflanzung. Denken und empfinden kann nur ein Wesen, das einen Astralleib hat; denn ein Astralleib durchsetzt den physischen mit einem Nervensystem. Und nur ein Wesen, das ein Ich ist, kann den Blutkreislauf haben; denn der ist der physische Ausdruck des Ich. So haben wir, wie in den physischen Leib hineinwirkt jedes Glied, das wir zu den höheren Gliedern zählen. Aber umgekehrt wirkt der physische Leib wieder zurück.
Cite:
GA 68d/1908-12-15/p025 · edition original