{"corpus":"steiner","locus":"GA 68d/1908-12-15/p028","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Daher bezeichnete man in Griechenland, wo man noch hellseherische Gefühle hatte, denjenigen Menschen, bei dem der dichteste Teil den vorwiegendsten Einfluss ausübte, als Melancholiker. Der physische Leib ist es, den der Mensch gemeinsam hat mit den mineralischen Wesenheiten, die man zusammenfasst unter dem Begriff der Erde, und man wusste noch in Griechenland, was man heute nicht mehr weiß, dass der menschliche physische Leib durch seine verschiedenen Säfte gebildet wird, und in diesen sah man nicht bloß etwas Physisches, man untersuchte sie nicht bloß in der chemischen Retorte, sondern wusste, dass es allem Geistigen zugrunde liegt, und man bezeichnete daher dieses Temperament, bei dem der physische Körper den überwiegenden Einfluss ausübt, als schwarzes — melas —, als das melancholische Temperament, weil man die Säfteabsonderung im Menschen erblickte, die bewirkt die Zähigkeit des physischen Leibes, wodurch dieser sich entzieht den normalen Einflüssen der höheren Glieder und wodurch er daher den Menschen zu einem finstern, in sich hineinschauenden Wesen macht. Denn durch seine höheren Glieder gehört der Mensch einer viel größeren Allgemeinheit an. Durch seinen Äther- und Astralleib und sein Ich würde er sich fühlen als dem großen Ganzen, dem großen Welten-Ich, der Gottheit angehörig. Dasjenige, was des Menschen geistige Wesensglieder sind, ist gerade zu dem Persönlichen zusammengefügt dadurch, dass der Mensch in die Haut des physischen Leibes eingeschlossen ist. Daher kommt der Melancholiker auch so schwer von seinem physischen Einzeldasein ab, weil dieses Physische den überwiegenden Einfluss ausübt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"26. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente","site_heading":null,"date":"1908-12-15","location":null,"word_count":236,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-12-15/p028","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1908-12-15/p028"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68d/1908-12-15/p028","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten","evidence_translation":"Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one."}}