26. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente

GA 68d/1908-12-15/p035 ·1908-12-15 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Wenn wir nun verstehen also dieses Geheimnis des Temperamentes und wie es wirkt, dann werden wir uns auf der einen Seite sagen: Oh, gerade an solchen feinen Eigentümlichkeiten des Menschen zeigt sich uns, wie wir nur den Menschen verstehen können, wenn wir ihn nicht nur dem physischen Leibe nach auffassen, sondern seiner ganzen Wesenheit nach. Und es zeigt sich uns auf der anderen Seite auch, wie notwendig es da ist, alles dies zu wissen, wo wir an dem Menschen arbeiten, indem wir seine Entwicklung fördern wollen. Wir wissen ja aus anderen Vorträgen, dass bis zum siebenten Lebensjahre des Menschen physischer Leib zur Ausprägung kommt, von da ab bis zum vierzehnten der Ätherleib, und dann der Astralleib und das Ich. So gliedern sich die einzelnen Teile ineinander. Da sehen wir daher, wie wir das Richtige nur erfassen können, wenn wir an der eigentümlichen Art der chemischen Zusammensetzung — sozusagen — der Temperamente etwas erlauschen von der eigenartigen Prägung des sich entwickelnden Menschen. Nur so können wir als Erzieher etwa, oder Ratgeber, die Menschennatur heranerziehen, wenn wir diese eigenartige, gleichsam chemische Zusammensetzung begreifen, die durch die vier Temperamente uns entgegentritt. Wahrhaft, wie jeder Mensch aus vier Gliedern zusammengesetzt ist, aus dem physischen, Äther- und Astralleib und Ich, so mischen sich die Einflüsse dieser vier und zeigen sich uns in allen möglichen Nuancen, die zurückzuführen sind auf diese vier beziehungsweise sieben Temperamente. Und jetzt sehen wir - weil eine so vielfache Mischung sein kann —, wie jeder einzelne Mensch ein Rätsel sein kann, und wie nur dann, wenn wir den Menschen lebensvoll erfassen, wir ihn begreifen können. Wenn wir jeden als Rätsel empfinden, dann stehen wir ihm erst wahrhaft richtig gegenüber.

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