27. Ernährungsfragen im Lichte der Geisteswissenschaft
Wenn der Mensch aber seine Nahrung aus dem Pflanzenreiche entnimmt, wird er verinnerlicht und unabhängig gemacht, er wird Herr in seinem ganzen Wesen. Je mehr er sozusagen der Pflanzennahrung zuneigt, je mehr er in der Lage ist, die Pflanzennahrung überwiegen zu lassen, je mehr wird er imstande sein, seine innerlichen Kräfte überwiegen zu lassen, den Sinn für weite Gesichtskreise zu entwickeln. Er verbindet sich nicht mit eng umrissenen Daseinskreisen. Der Mensch, der tierische Nahrung aufnimmt, verbindet sich mit eng umrissenen Daseinskreisen, der richtet sich starr auf eine Einseitigkeit. Natürlich ist es die heutige Aufgabe der Menschen, für beides zu sorgen, damit er nicht unpraktisch werde, man kann auch so vorurteilslos sein, dass man zu nichts ein Urteil gewinnt. Aber alles dasjenige, was den Menschen einschränkt, was ihn organisiert, in eine Spezialität hineinzukommen, das ist von der tierischen Nahrung. Was ihn aber erheben kann aus seinem engsten Daseinskreise, das verdankt er der pflanzlichen Nahrung.
Cite:
GA 68d/1909-01-08/p022 · edition original