28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1909-01-09/p007 ·1909-01-09 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Wenn wir die Frage stellen, so ist es natürlich, dass die Geisteswissenschaft berufen zu sein scheint, Aufschluss zu geben. Denn die Geisteswissenschaft muss uns führen in den innersten Wesenskern des Menschen. Insofern der Mensch uns auf der Erde entgegentritt, erscheint er uns in eine Allgemeinheit hineingestellt und wieder als eine selbstständige Wesenheit. Zwei Linien sind es, die sich begegnen, wenn ein Mensch ins irdische Dasein eintritt. Und da stehen wir mitten in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung der Menschennatur. Wir sehen den Abkömmling seines Vaters und seiner Mutter, seiner vorhergehenden Ahnen und immer weiter; in das, was man die Vererbungslinie nennen kann, stellt sich der Mensch hinein, und Ihnen ist es bekannt, dass der Mensch bis weit in den Kern seines Wesens hinein Eigenschaften in sich trägt, die wir durchaus aus der Vererbung ableiten müssen. Auch Goethe sagte von sich selbst:

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