28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft
Wenn wir die Frage stellen, so ist es natürlich, dass die Geisteswissenschaft berufen zu sein scheint, Aufschluss zu geben. Denn die Geisteswissenschaft muss uns führen in den innersten Wesenskern des Menschen. Insofern der Mensch uns auf der Erde entgegentritt, erscheint er uns in eine Allgemeinheit hineingestellt und wieder als eine selbstständige Wesenheit. Zwei Linien sind es, die sich begegnen, wenn ein Mensch ins irdische Dasein eintritt. Und da stehen wir mitten in der geisteswissenschaftlichen Betrachtung der Menschennatur. Wir sehen den Abkömmling seines Vaters und seiner Mutter, seiner vorhergehenden Ahnen und immer weiter; in das, was man die Vererbungslinie nennen kann, stellt sich der Mensch hinein, und Ihnen ist es bekannt, dass der Mensch bis weit in den Kern seines Wesens hinein Eigenschaften in sich trägt, die wir durchaus aus der Vererbung ableiten müssen. Auch Goethe sagte von sich selbst:
Cite:
GA 68d/1909-01-09/p007 · edition original