28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft
Nun wirken in der ganzen menschlichen Natur alle einzelnen Wesensglieder wieder ineinander; sie stehen in einer Wechselwirkung. Wenn der Wesenskern gefärbt hat den physischen und den Ätherleib, dann wird das, was durch die Färbung entstanden ist, wirken auf jedes andere Glied, sodass es davon abhängig ist, wie der Mensch mit seinen Eigenschaften uns entgegentritt, ob der Wesenskern stärker auf den physischen Leib wirkt oder ob der physische Leib stärker wirkt. Je nachdem der Mensch ist, kann er eines der vier Glieder beeinflussen, und durch die Zurückwirkung auf die anderen Glieder entsteht das Temperament. Der menschliche Wesenskern ist geeignet, wenn er zur Wiederverkörperung schreitet, durch diese Eigentümlichkeit im einen oder anderen seiner Wesensglieder einen gewissen Überschuss des Wirkens einzugliedern. So kann er seinem Ich eingliedern einen gewissen Stärkeüberschuss, oder aber der Mensch kann dadurch, dass er bestimmte Erlebnisse in seinem früheren Leben durchgemacht hat, seine anderen Glieder damit beeinflussen.
Cite:
GA 68d/1909-01-09/p017 · edition original