{"corpus":"steiner","locus":"GA 68d/1909-01-09/p024","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und wenn wir so durch eine gesunde Wesenheit das Temperament begreifen, dann wird uns mancherlei im Leben klar werden; es wird uns aber auch möglich werden, dasselbe in praktischer Weise zu handhaben, was wir sonst nicht konnten. Wenden wir den Blick hin auf vieles, was uns unmittelbar im Leben entgegentritt! Nehmen Sie einmal den Choleriker, der einen starken, festen Mittelpunkt in seinem Innern hat. Dieses Ich ist der Zügler. Jene Bilder sind Bewusstseinsbilder. Der physische Leib ist geformt nach seinem Ätherleib, der Ätherleib nach seinem Astralleib. Er würde in der mannigfaltigsten Weise den Menschen sozusagen gestalten; dadurch, dass dem Wachstum vom Ich in seinen Blutkräften entgegengetreten wird, dadurch wird das Gleichgewicht gehalten zwischen einer Fülle und Buntheit des Wachstums. Wenn aber das Ich einen Überschuss hat, so kann es das Wachstum zurückhalten. Choleriker zeigen sich in der Regel so, dass sie auftreten wie mit zurückgehaltenem Wuchs. Sie können Beispiele über Beispiele im Leben finden, zum Beispiel, aus der Geistesgeschichte der Philosoph Fichte. Nach seiner äußeren Gestalt war er das, was man einen Menschen nennen darf von zurückgehaltenem Wuchs, es waren Kräfte in ihm, die durch den Überschuss des Ichs zurückgehalten wurden. Nehmen Sie Napolecon! Da haben Sie das typische Bild des zurückgehaltenen Wuchses des Cholerikers. Da können Sie sehen, wie diese Kraft des Ichs aus dem Geiste heraus, wie diese Kraft des Ichs wirkt, sodass sich das innerste Wesen des Menschen in der äußeren Gestalt kundgibt. Sehen Sie sich die Physiognomie des Cholerikers an! Nehmen Sie dagegen den Phlegmatiker. Wie verschwommen sind seine Züge! Wie wenig können Sie sagen, jene Form der Stirne wäre dem Choleriker angepasst!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1909-01-09","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1909-01-09/p024","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68d/1909-01-09/p024"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68d/1909-01-09/p024","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"mixed_sources","scope":"volume","note":"This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage.","evidence":"Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten","evidence_translation":"Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports","evidence_source":"The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one."}}