28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft
Es kann dies hier nur alles angedeutet werden; aber es wird uns das Leben des Menschen viel, viel verständlicher, wenn wir so arbeiten sehen den Geist in die Formen hinein, wie das Äußere des Menschen ein Ausdruck werden kann seines Inneren. Sehen wir nicht, wie alles Große im Leben gerade durch die Einseitigkeit der Temperamente bewirkt werden kann, wie diese in die Einseitigkeit ausarten können; macht uns nicht das Kind Sorge, weil wir sehen, dass das cholerische bis zur Bosheit, das sanguinische bis zur Flatterhaftigkeit, das melancholische bis zum Trübsinn et cetera ausarten kann? Wird nicht insbesondere in der Erziehungsfrage und auch in der Selbsterziehung die Kenntnis und Beurteilung des Temperaments von einem wesentlichen Werte sein für den Erzieher?
Cite:
GA 68d/1909-01-09/p028 · edition original