28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft

GA 68d/1909-01-09/p035 ·1909-01-09 · original (original)
Record: mixed sources. This volume draws on more than one kind of record (transcripts, notes, documents). Check the volume's own front matter before weighing a single passage. Evidence: «Vorträge aus den Jahren 1905 bis 1909 in Form von ausführlichen Mitschriften, Zuhörernotizen und Zeitungsreferaten» (Lectures from the years 1905 to 1909 in the form of detailed transcripts, listeners' notes and newspaper reports). The publisher's description of the volume, as mirrored on AnthroWiki (GA 68d). The translation is the maintainer's, not a published one.

Ein Melancholiker darf sich glücklich schätzen, wenn er heranwachsen kann an der Hand eines Menschen, der ein herbes Schicksal hat. In dem entsprechenden Abstand, der hervorgebracht wird von dem neuen Schauen, von dem entstehenden Mitleid mit der Autorität, in dem Mitfühlen des berechtigten schmerzlichen Schicksals, da liegt dasjenige, was der Melancholiker braucht. Sie wachsen gut auf, wenn sie sich weniger in Anhängung einer Person, weniger in einer Achtung und Schätzung zu einer Leistung einer Person, sondern in dem Mitfühlen für das Leid und berechtigte Schmerzensschicksal ergehen können.

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