28. Die Temperamente im Lichte der Geisteswissenschaft
Ein Melancholiker darf sich glücklich schätzen, wenn er heranwachsen kann an der Hand eines Menschen, der ein herbes Schicksal hat. In dem entsprechenden Abstand, der hervorgebracht wird von dem neuen Schauen, von dem entstehenden Mitleid mit der Autorität, in dem Mitfühlen des berechtigten schmerzlichen Schicksals, da liegt dasjenige, was der Melancholiker braucht. Sie wachsen gut auf, wenn sie sich weniger in Anhängung einer Person, weniger in einer Achtung und Schätzung zu einer Leistung einer Person, sondern in dem Mitfühlen für das Leid und berechtigte Schmerzensschicksal ergehen können.
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GA 68d/1909-01-09/p035 · edition original