29. Das Geheimnis der Menschlichen Temperamente

GA 68d/1909-01-19/p020 ·1909-01-19 · original (original)
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In dem, was uns im Temperament des Menschen entgegentritt, haben wir etwas in gewisser Beziehung wie eine Physiognomie seiner innersten Individualität. Wir verstehen so, wie die Individualität färbt durch die Temperamentseigenschaften die in der Reihe der Generationen sich vererbenden Merkmale. Temperament steht mitten drinnen zwischen dem, was uns vererbt ist, und dem, was wir uns individuell mitbringen. Wir verstehen aber nun, wie das im Einzelnen ist, wenn wir uns die ganze menschliche Natur einmal im Sinne der Geisteswissenschaft vor Augen stellen. Da haben wir für die Geisteswissenschaft in dem, was die äußeren Sinne wahrnehmen können am Menschen, was ein materialistisches Denken nur allein anerkennen will, nur ein einzelnes Glied der menschlichen Wesenheit, den physischen Leib. Die physische Gesetzmäßigkeit, dasjenige, was der Mensch gemeinschaftlich hat mit der ganzen umliegenden äußeren Natur, die Summe von chemischen und physikalischen Gesetzen, das bezeichnen wir in der Geisteswissenschaft als den physischen Leib. Darüber aber erkennen wir höhere, übersinnliche Glieder der Menschennatur, die ebenso wirklich und wesenhaft sind wie der äußere physische Leib.

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