{"corpus":"steiner","locus":"GA 69a/1911-02-24/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Seelenübungen können hier nur angedeutet werden. Mit dem, was wir als gewöhnliche Vorstellungen im Alltag haben, erreichen wir niemals irgendeine Möglichkeit, solche starken Kräfte zu entwickeln. Alle Vorstellungen, die wir im Wachzustand über unsere Welt, sei es des gewöhnlichen Lebens, sei es auch der sublimsten Wissenschaft, haben, sind ungeeignet, die in der Seele schlummernden Kräfte zu erwecken. Eine ganz andere Art von Vorstellungen ist notwendig, um jene Kräfte in unserer Seele in Bewegung, in Lebendigkeit zu bringen; wir können sie symbolische Vorstellungen nennen, wir können, sagen wir, ein Bild so auf uns wirken lassen, daß wir keine äußeren Eindrücke in unsere Seele hereinlassen, unsere Erinnerung zum Schweigen bringen, die Seele gleichsam losmachen und an eine Rose oder irgend etwas anderes denken, und dieses Sinnbild lasse ich in meiner Seele lebendig werden als einzige Vorstellung, der ich mich hingebe. Das ist nicht geeignet, uns gewöhnliche, physische Wahrheiten zu überliefern, auf welche die Mehrzahl der heutigen Menschen den meisten Wert legt, wohl aber ist es geeignet, wie ein Keim in unserer Seele zu wirken. Wie ein Pflanzenkeim, der in die Erde gesenkt wird, seine Wurzeln nach allen Seiten sendet, so sendet diese Bildvorstellung ihre verschiedenen Verzweigungen in das ganze Leben unserer Seele hinein, und diese Vorstellung wächst in uns. Allerdings, wenn wir solche intime Seelenübungen machen wollen, muß unser Seelenleben einen festen Halt haben; wir dürfen keine träumerischen, phantastischen, konfusen Naturen sein. Wir müssen ganz genau wissen, was wir tun und uns Rechenschaft geben, daß wir eine solche Bildvorstellung in unserer Seele haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft und Menschenzukunft","site_heading":null,"date":"1911-02-24","location":null,"word_count":252,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1911-02-24/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1911-02-24/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69a/1911-02-24/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}