{"corpus":"steiner","locus":"GA 69a/1911-02-24/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Hat dieses Verkündigen von Geisteswissenschaft oder Theosophie eine Bedeutung für die heutige und für die fortschreitende Menschheitskultur? Diese Frage muß man aufwerfen. Denn es könnte der Einwand gemacht werden, es könne Menschen geben, die sich aus gewissen Sehnsüchten heraus für solche Dinge interessieren, aber das seien Eigenbrötler, die lieber in ihren Stuben nachdenken, aber mit den großen Vorgängen in der Menschheitskultur nichts zu tun hätten. - Man kann das nicht mehr sagen, wenn man den Gang der Menschheitsentwicklung so mit Verständnis überblickt, daß gerade der Zeitpunkt, in dem wir jetzt leben, seinem Wesen nach vor unsere Seele tritt. Dieser Zeitpunkt, in dem wir leben, hat sich ja herausentwickelt aus dem, was die Menschheit in der Vorzeit durchlebt hat bis in unsere Tage hinein. Und aus der gegenwärtigen Entwicklungstufe werden sich wiederum die Erlebnisse der Menschen der Zukunft herausentwickeln. Blicken wir zurück in die vorzeitliche menschliche Entwicklung, so zeigt sich, daß man einem gewaltigen Vorurteil unterliegt, wenn man glaubt, daß die ganze menschliche Seelenverfassung, die Art, wie der Mensch denkt, wie er sich Ideen und Begriffe macht über die Umwelt, die ganzen menschlichen Bewußtseinszustände in allen Zeiten ungefähr die gleichen seien. Davon kann nicht die Rede sein. Das Wort Entwicklung wendet man zwar auf die Umgestaltung der äußeren Formen an, aber selten auf das, was das menschliche Seelenleben selber ist, und gerade in bezug auf das menschliche Seelenleben ist der Entwicklungsbegriff etwas, was uns tief hinweist auf die wichtigsten Fragen der Menschheit.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft und Menschenzukunft","site_heading":null,"date":"1911-02-24","location":null,"word_count":241,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1911-02-24/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1911-02-24/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69a/1911-02-24/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}