Geisteswissenschaft und Menschenzukunft

GA 69a/1911-02-24/p018 ·1911-02-24 · original (original)
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Nun kamen am Ausgang des Mittelalters die großen Forscher und Denker, ein Giordano Bruno, ein Galilei, die auf der Grundlage der neugestalteten Weltanschauung des Kopernikus ein neues Weltbild entwarfen. Die Aristoteles- Gläubigen waren aber nicht geneigt, dieses neue Weltbild einfach anzunehmen. Galilei und Giordano Bruno wiesen hinaus in die wirkliche Welt der Sinne, weil jetzt die Zeit begann, in welcher die Menschen ihr Wissen durch Sinnesbeobachtung und Intellekt entwickeln sollten. Da ist es vorgekommen, daß Galilei einen Freund, der ein guter Aristoteles-Gläubiger war, vor eine Leiche führte und ihm zeigte, wie die Nerven nicht vom Herzen ausgehen, sondern vom Gehirn. Der schaute sich das an und sagte: Ja, es sieht fast so aus, als ob die Nerven vom Gehirn ausgingen, aber bei Aristoteles steht es anders, und wenn ein Widerspruch besteht, dann glaube ich dem Aristoteles! - Diese Antwort hat Galilei erhalten.

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