{"corpus":"steiner","locus":"GA 69a/1913-02-16/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Der Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen führt dahin, daß Kräfte, die man sonst nur als innerliche kennt, wirken mit der Kraft eines Naturereignisses. Die inneren Seelenkräfte wirken wie Naturelemente. Man steht sich selbst wie einer Art Natur gegenüber. Dann tritt ein bestimmtes Erlebnis auf, das man nennt die «Begegnung mit dem Hüter der Schwelle». Es kann hundertfältig auftreten. Nur eine Art soll hier angegeben werden: Man fühlt etwas Neues, wie wenn der Blitz durch einen hindurchfahren oder man leiblich aufgelöst würde und dennoch bliebe. Man fühlt sich ohnmächtig, des Leibes sich zu bedienen. Das ist ein sehr wichtiger Moment. Man hat das Gefühl, wie wenn einem die Hände angeschmiedet wären und das Gehirn etwas ist, über das man keine Gewalt hat, das seelisch wirkt wie ein Hindernis. Um diesen Moment zu ertragen, muß man sich vorbereiten. Diese Vorbereitung besteht darin, daß man seinen Mut stählt. Man muß diesen Moment erleben in Furchtlosigkeit. Daran schließen sich mancherlei andere Erlebnisse an, die alle dahin führen zu wissen, was es heißt, dem, was man immer sein eigen genannt hat, seinem Leibe, seinen gewöhnlichen Seelenkräften, gegenüberzustehen wie einer Sache. Selbstliebe erkennt man erst jetzt in ihrer Bedeutung und Besiegbarkeit, und weil für das gewöhnliche Erleben dieser Moment ohne die entsprechende Vorbereitung nicht ertragen werden kann, so nennt man dieses Erlebnis die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle, weil gute Geister gleichsam davorstehen und uns schützen gegenüber diesem Erlebnis.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ergebnisse der Geistesforschung für Lebensfragen und das Todesrätsel","site_heading":null,"date":"1913-02-16","location":null,"word_count":234,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1913-02-16/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1913-02-16/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69a/1913-02-16/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}