Ergebnisse der Geistesforschung für Lebensfragen und das Todesrätsel
Heute hat unsere Zeit schon einen starken Zug nach der Annahme des Übersinnlichen, und man kann bemerken, wie dieser Zug hervortritt. Ich will nur auf eine hervorragende Tatsache hinweisen. Charles Eliot, Vorstand der Harvard-University in Amerika, hat 1909 einen Vortrag gehalten, wo er sprach über eine Art Zukunftsreligion in Anerkennung des Übersinnlichen auf naturwissenschaftlicher Grundlage und sagte: Immer haben die Menschen ein absolutes Seelenwesen anerkannt, das nicht den äußeren physischen Gesetzen unterliegt. - Immer wieder finden wir bei zahllosen Gelehrten einen solchen Hinweis. Aber gerne möchten solche Menschen stehenbleiben beim bloßen Hinweisen darauf. Sie sagen: Es gibt Seele, Seele, Seele! Ja, das ist geradeso, wie wenn man bei den verschiedensten Pflanzen und Tieren sagt: Das ist Natur, Natur, Natur! Wenn aber der Geistesforscher auftritt und Einzelheiten der geistigen Welt erzählt, dann werden die Menschen ungemütlich. Es genügt nicht, darauf hinzuweisen, daß es Geist, daß es Seele gibt. Aber wenn man von den geistigen Welten spricht, daß es darin Wesenheiten und Geschehnisse gibt, dann werden die Menschen ungemütlich und sagen, das müßten Phantastereien sein. Daß das alles auftaucht vor dem Geistesforscher, davon kann nicht gesagt werden, es sei Täuschung. Denn der Geistesforscher hat die Erlebnisse mitgemacht, die ihm gestatten, zu unterscheiden.
Cite:
GA 69a/1913-02-16/p018 · edition original