{"corpus":"steiner","locus":"GA 69a/1913-02-16/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"In der Naturwissenschaft ist es doch geradeso; man muß diese Dinge erleben. Wenn noch nie ein Mensch einen Walfisch gesehen hat, so kann man aus der Zoologie nicht beweisen, daß es einen Walfisch gibt. Damit widerlegen sich manche Einwände. Schopenhauer hat einen Teil seines Systems damit charakterisiert, daß er sagte: Die Welt ist meine Vorstellung. - Damit wird behauptet,   daß Wahrnehmungen  von  Vorstellungen nicht zu trennen seien. Es gibt aber einen einfachen, wenn auch trivialen Gegenbeweis. Wenn wir uns vorstellen, wir bringen ein Eisenstück von 900 Grad Celsius an das Gesicht, so können wir uns den verursachten Schmerz wohl in Gedanken vorstellen, aber brennen tut ein nur vorgestelltes heißes Eisen nicht, wohl aber ein wirkliches. Es gibt also einen Beweis, der durch das Leben erbracht wird. Und so ist es mit dem geistigen Leben; es muß nur bis zu Ende erlebt werden. Jemand hat eingewendet, bei großem Durst könne man sich recht wohl den Geschmack und die erfrischende Wirkung einer Limonade vorstellen. Ja - aber den Durst kann man mit dieser Vorstellung nicht löschen. Man darf nicht bloß mit logischen Spielereien kommen. Der Geistesforscher muß so weit gekommen sein, daß er unterscheiden kann zwischen Wirklichkeit und Phantastik, geradeso wie man in der physischen Welt unterscheiden muß zwischen Wirklichkeit und Vorstellung. So tritt der Mensch in diejenige Welt ein, in der er jede Nacht ist, wenn er herausgetreten ist aus dem physischen Leibe, wo er auch im Geistig-Seelischen ist, nur daß er dann keine innere Regsamkeit besitzt. Durch das, was angeführt worden ist [an Übungen], macht sich das Geistig-Seelische so stark, daß es sich selbst und damit seine Umwelt erlebt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Ergebnisse der Geistesforschung für Lebensfragen und das Todesrätsel","site_heading":null,"date":"1913-02-16","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1913-02-16/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69a/1913-02-16/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69a/1913-02-16/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}