Ergebnisse der Geistesforschung für Lebensfragen und das Todesrätsel

GA 69a/1913-02-16/p029 ·1913-02-16 · original (original)
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Wenn wir die menschliche Erziehung so einrichten könnten, daß von Jugend auf die Menschen mit diesen Fragen aufwachsen würden, dann bildete sich in unserer Seele etwas heraus wie eine Anlage, wie ein Keim oder Kern, der die Garantie bietet für ein künftiges Leben. Die Spannkräfte des Lebens werden immer stärker, und wenn die äußeren Kräfte verfallen, fühlen wir die inneren sich konzentrieren. Der Keim der Pflanze könnte sich nicht anders fühlen gegenüber den welken Blättern als das Geistige, das mit seiner Kraft durch die Pforte des Todes tritt. Das gibt dem Leben Antworten, nicht nur der Wissenschaft. Sie führen uns zu Trost in den schwersten Lebenslagen. Dazu braucht man nicht ein Geistesforscher zu sein. Wie man Nahrungsmittel schmecken kann, auch ohne Chemiker zu sein, so braucht auch nicht jeder Geistesforscher zu sein. Es muß nur einige geben. Das wird so feste Überzeugung in der Seele, daß man lernt, die Feindschaft dagegen zu behandeln, wie Goethe es gegenüber einer philosophischen Betrachtung, gegenüber den Leugnern der Bewegung, gesagt hat. Goethe hat geantwortet aus dem gesunden Menschenverstand heraus. Philosophisch ist diese Ansicht gar nicht leicht zu widerlegen.

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