IX. Moses, seine Lehre und seine Mission

GA 69b/1911-02-13/p007 ·1911-02-13 · original (original)
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Es verflicht die Bibel in den Partien des Alten Testamentes fortwährend äußere, physische Ereignisse, äußere Tatsachen, die sich vor den Augen der Menschen einmal historisch abgespielt haben, mit sinnbildlichen Schilderungen; sie läßt, ohne daß man imstande ist, so unmittelbar und leicht den Übergang zu erkennen, die historischen äußeren Tatsachen übergehen in sinnbildliche Schilderungen von inneren Seelenvorgängen. In der Bibel kann uns zum Beispiel irgendeine Gestalt so dargestellt werden, daß sie diese oder jene Reise unternimmt, dies oder jenes tut, und wenn dann die Schilderung fortgeführt wird, sieht es so aus, als ob das, was da weiter geschildert wird, auch äußere Vorgänge seien, während tatsächlich die Schilderungen dieser Vorgänge nun dazu verwendet werden, um innere Seelenkonflikte, innere Seelenentwicklungen, Seelenstufen darzustellen. Die Schilderung der äußeren Vorgänge dient bei gewissen Partien dann nur dazu, um innere Seelenvorgänge zu veranschaulichen. Wie gesagt, es ist in der biblischen Schilderung der Übergang von einem zum andern nicht immer ohne weiteres zu erkennen. Erst jener Takt des Verständnisses, den man aus geisteswissenschaftlichen Grundlagen gewinnen kann, gibt uns die Möglichkeit zu erkennen: Hier hört bei einer biblischen Schilderung der Wille auf, rein äußerliche, physisch zu nehmende Vorgänge zu schildern, und es beginnt eine Reihenfolge von symbolischen Handlungen, die uns andeuten, daß die Persönlichkeit, die bis dahin äußerlich das oder jenes getan hat, jetzt eine Seelenentwicklung durchmacht; sie steigt von Stufe zu Stufe hinauf und eignet sich dieses oder jenes im Seelenleben an. Da wird aber nicht das Seelenleben geschildert, sondern es werden Sinnbilder gegeben.

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