IX. Moses, seine Lehre und seine Mission

GA 69b/1911-02-13/p009 ·1911-02-13 · original (original)
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Um die Persönlichkeit des Moses kennenzulernen, muß man die ganze Kultur ins Auge fassen, aus welcher die Tat des Moses herausgewachsen ist. Und da obliegt es mir, zunächst mit wenigen Strichen die altägyptische Kultur geisteswissenschaftlich zu charakterisieren - jene Kultur, aus der ja doch schließlich in bezug auf die äußerlichen Vorgänge das herausgewachsen ist, was wir als die Mission des Moses bezeichnen können. Nun kann man aber diese altägyptische Kultur in ihrem Werdegang und das Herauswachsen der Tat des Moses [aus dieser Kultur] nur verstehen, wenn man zwei wichtige geisteswissenschaftliche Gesetze kennt, und diese zwei geisteswissenschaftlichen Gesetze müssen wir vor allen Dingen zur Grundlage unserer Betrachtung machen. Das eine Gesetz ist ja schon öfter hier angeführt worden. Es ist die Tatsache, daß die ganze Art und Weise, die ganze Konfiguration des menschlichen Bewußtseins und der menschlichen Seelenverfassung nicht immer so war wie jetzt, sondern daß sich diese im Laufe der Jahrtausende menschlicher Entwicklung wesentlich geändert hat. Wir wissen es ja schon - und hier soll es nur noch einmal kurz angedeutet werden -, daß wir, je weiter wir zurückgehen in der menschlichen Entwicklung, eine andere Seelenverfassung, eine andere Art des Bewußtseins bei den Menschen antreffen als das, was heute das normale Bewußtsein ist.

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