IX. Moses, seine Lehre und seine Mission
Wir können uns die Vorstellungen dieser alten Weisen etwa so vergegenwärtigen. Nehmen wir an, die Seele des Menschen würde sich heute nicht als eine Einheit fühlen, sondern sich sagen: In mir leben Denken, Fühlen und Wollen, aber in das Denken ragt herein aus dem Kosmos eine besondere Art von geistiger Strömung, die nur mit dem Denken des Menschen im Zusammenhang steht; in das Fühlen ragt eine andere Strömung herein und in das Wollen wiederum eine andere. Und diese Kräfte würden nicht durch die Kraft des heutigen Ichs zusammengehalten, sondern dadurch, daß gleichsam von außen göttlichgeistige Wesenheiten eingreifen und unser Seelenleben zu einer Harmonie gestalten. Wir wären es also nicht selbst, die die Glieder des Seelenlebens harmonisch miteinander vereinigten, sondern es wären äußere Mächte, die hereinragten aus den kosmischen Weiten. Die alten Weisen nahmen sieben solche Kräfte an, und diese sieben Kräfte ragten gleichsam selbständig in die Seele herein. Was mit dieser Weisheit erfaßt wurde, war das Ausfließen von sieben Kräften, die gleichsam durch die Welt strrömten und sich in die sieben Seelengebiete des Menschen ergossen. Und was da als Seelenkräfte einströmte, das stellte man sich im Bilde vor als die sieben Töchter des Trägers der Gesamtweisheit.
Cite:
GA 69b/1911-02-13/p020 · edition original