IX. Moses, seine Lehre und seine Mission
Nicht nur das konnte gesagt werden von den äußeren Göttern, sondern auch dies: Jetzt muß eine solche Seelenkraft in der Menschheit sich entwickeln, die sich nur entwickeln kann durch die Kraft eines Gottes, der im Ich des Menschen sein Sein hat. Dieser Gott, der in des Menschen innerstes Wesen, in sein Ich, einziehen sollte, der erschien durch Inspiration des Priesters dem hellseherischen Bewußtsein des Moses. Und durch Hellsehen erblickte Moses den Gott, das heißt durch das, was in ihm an hellseherischer Kraft noch entfacht werden konnte — was uns angedeutet wird durch das Bild vom brennenden Dornbusch. So wie dies geschildert wird, erkennt jeder, der die Dinge versteht, daß ein astralisch-hellseherisches Anschauen einer Wirklichkeit vorliegt. Der neue Gott, der sein Sein in dem Ich haben sollte, erschien in dem brennenden Dornbusch. Und Moses fragte diesen Gott: Wenn ich nun mein Volk in deinem Namen führen soll, was muß ich sagen, wer mich geschickt hat? - Sie können es selber in der Bibel lesen - auch wenn die Übersetzungen der Bibel sonst sehr mangelhaft sind, da sind sie richtig. Auf die Frage: Wer hat dich geschickt? -, wird Moses die Antwort zuteil: Sage deinem Volk, der «Ich bin» habe dich geschickt. - Und das heißt: Jene Gotteskraft hat dich geschickt, die in dem innersten Menschenzentrum die Möglichkeit anfacht, daß der Mensch in diesem innersten Zentrum «Ich bin» sprechen kann, sich sein Dasein also selber beilegt, sein Dasein selbst erlebt: «Ich bin, der ich bin»!
Cite:
GA 69b/1911-02-13/p027 · edition original