IX. Moses, seine Lehre und seine Mission
Das war das, was Moses hellseherisch vor-erlebte: die Intellektualität der Menschheit. Damit stand er an einem Punkt, an dem die alte Kultur in bezug auf die menschliche Seelenverfassung in eine ganz neue Kultur übergehen sollte. Das war ein Übergang über einen Abgrund der menschlichen Kultur, als ob von den Weltenmächten da gesagt worden wäre: Künftig muß Intellektualität herrschen, und diejenigen, die das Alte fortführen wollen, gehen dem Verfall entgegen. Über diesen Abgrund müssen wir hinüberkommen. - So hätte es sich Moses in seiner Seele sagen können. Und so haben es die Nachfolger des Moses empfunden, daß der Übergang über einen kosmischen Weltenabgrund gewonnen worden sei. Daher haben die Bekenner des Moses das Passahfest, das Fest des Übergangs über einen Weltenabgrund, in Erinnerung an diese Tat des Moses gefeiert. Oh, diese alten Feste, die man heute gewohnt ist, so trivial auszuleben, beziehen sich auf große Geheimnisse des Weltendaseins. Als nun Moses wirklich, ausgerüstet mit der Kraft für Jahrtausende, an den Hof des Pharao kam - was Wunder, daß dieser aus der alten hellscherischen Kultur Ägyptens herausgewachsene Pharao die Zeichen nicht verstehen konnte, die Moses vor ihm entfaltete.
Cite:
GA 69b/1911-02-13/p028 · edition original