IX. Moses, seine Lehre und seine Mission
Jetzt aber war es gerade in der Mission des Moses gelegen, den Seelen eine solche Verfassung zu geben und der Kultur zugrunde zu legen, welche an die Intellektualität gebunden war, damit aber auch an das äußere Instrument des Leibes. Denn das ist das Eigentümliche des [intellektuellen] Denkens: Es faßt die Dinge so zusammen wie unser normales, waches Bewußtsein, und dieses Bewußtsein ist ganz an das Werkzeug des Gehirns und des sonstigen Leibes gebunden. Die Intellektualität ist eben an das Werkzeug des physischen Leibes gebunden. Was Wunder, daß diese besondere intellektuelle Begabung an eine besondere Konfiguration, an besondere Organanlagen eines Volkes gebunden war und durch das physische Blut von Generation zu Generation übertragen werden mußte, bis die Mission des althebräischen Volkes erfüllt war. Es mußte also das physische Werkzeug für die Intellektualität gerade durch dieses von Generation zu Generation fließende Blut an die physische Eigentümlichkeit dieses Volkes gebunden und immer mehr verfeinert werden, bis es so weit verfeinert war, daß aus diesem Volk hervorgehen konnte der physische Träger für jene geistige Macht, die sich dann in einem noch viel höheren Maße hineinergossen hat als göttliche Kraft in das menschliche «Ich-bin» - in einem viel höheren Maße, als das durch die alte Jahve-Kraft geschehen war. Und insofern war diese Mission des Moses in der Tat die Vorbereitung für die Christus-Tat. Aber es mußten erst die äußeren Werkzeuge in der entsprechenden Weise ausgebildet werden. Und so begreifen wir auch, daß diese Tat des Moses an ein ganz bestimmtes Volk gebunden war, dessen Blut rein gehalten werden mußte, weil diese besondere Kraft, die an das Instrument der äußeren Leiblichkeit gebunden ist, in die menschliche Kulturentwicklung einfließen sollte.
Cite:
GA 69b/1911-02-13/p037 · edition original