IX. Moses, seine Lehre und seine Mission
Demgegenüber können wir sagen, daß erst durch die geisteswissenschaftliche Darstellung die Einzelheiten der Bibel in wunderbarer Weise beleuchtet werden und die Bibel wieder einen neuen Wert bekommt. Denn jetzt treten wir an die Bibel so heran, wie ein Kenner mathematischer Gesetze an ein mathematisches Problem herantritt. Wer die mathematischen Gesetze nicht kennt, sieht darin nichts als unverständliche Zeichen, eben Probleme. Wer die Sprache der Bibel nicht kennt, der sieht auch heute in der Bibel nur Unverständliches, vielleicht kindliche Bilder, die sich die Vorwelt gemacht hat. Wer aber die Grundlagen kennenlernt, die die Geisteswissenschaft gibt, und mit ihrer Hilfe die religiösen Urkunden entziffert, der fühlt etwas von dem, was so großartig durch die Zeiten geht, der fühlt die Sprache der Völker, der Menschen, in deren Seelen sich die geistigen Impulse zum Fortschritt der Menschheit hineinleben, jenen Chor von führenden Geistern der Menschheit, die über die Jahrtausende hinüber sich verständigen. Es ist ein wunderbares Phänomen, wenn der Geistesforscher hineinblickt in die geistigen Welten und dann in die Bibel schaut und aus der Bibel heraus darauf kommt, daß uns da etwas erzählt wird, was wir durch die Geistesforschung auch selber finden können. So können wir nicht anders als sagen: Wer das geschrieben hat, der mußte wissen, was in den geistigen Welten vorgeht und was da zu sein hat, wenn solch ein Menschheitsfortschritt, wie wir ihn jetzt vor uns haben, überhaupt geschehen konnte.
Cite:
GA 69b/1911-02-13/p042 · edition original