II. Christus und das zwanzigste Jahrhundert

GA 69c/1912-02-22/p005 ·1912-02-22 · original (original)
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Es muss zugegeben werden: Die Christus-Auffassung der ersten Jahrhunderte hat etwas Befremdendes für [uns] gegenwärtig[e Menschen]; [das war schon damals so, und ein Verständnis zu erringen] wird später [im Laufe der Zeit] immer unmöglicher. So hat sich der gegenwärtige Standpunkt entwickelt: Die Geisteswissenschaft kommt in Bezug auf den Christus zu Ähnlichem, wie [einst] die gnostische Wissenschaft der ersten Jahrhunderte. Die Gnostiker werden gerne Sekten genannt, [doch] sie erhoben sich zu den höchsten Höhen des Menschendenkens und -Empfindens, wofür der heutige Mensch nicht viel Interesse haben kann. Weit entfernt waren die Bekenner der Gnosis, monistische Auffassungen anzunehmen - ein vornehmes Wort für «materialistisch». Der Gnostiker findet den Urmenschen nicht im Tierreich, sondern [er ist für ihn] ein noch geistiges, ein spirituelles Wesen; dieses hat nicht äußerlich einen fleischlichen Leib im Tierreich angenommen, sondern es hat sich als geistiges Menschenwesen mehr und mehr in Zusammenfügung gebracht mit den Gesetzen des physischen Leibes. Die Verleiblichung hat den Menschen in diejenige Lage gebracht, in der er jetzt ist.

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Cite: GA 69c/1912-02-22/p005 · edition original