II. Christus und das zwanzigste Jahrhundert

GA 69c/1912-02-22/p010 ·1912-02-22 · original (original)
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[Und so kann man fragen:] Was fehlt dem Glauben des mittelalterlichen Menschen? Nun, was ihm fehlt, das ist das Bewusstsein, [die bewusste Erkenntnis], dass der Mensch [auch intellektuell] einen Sündenfall gemacht hat. Aus diesem [Unbewussten] will die Geisteswissenschaft ihn erheben; dies ist dann ein [neues] Christusbewusstsein, abgesehen von allem Mythologischen und Legendarischen. Die Durchdringung [des Jesus von Nazareth] mit dem waltenden Geiste war nur Glaube, nicht aber Erkenntnis. So kam die Menschheit dazu, sich nicht mehr vorstellen zu können, was es bedeutet, wenn der Christus Besitz von dem Jesus ergreift; es ist Unsinn für das materialistische Denken der neuen Zeit, dass aus geistigen Höhen [die Christuswesenheit als] etwas Reales heruntergestiegen ist zu den Menschen. Da bleibt nur noch der Jesus von Nazareth als ausgezeichneter Mensch.

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