{"corpus":"steiner","locus":"GA 69c/1912-02-22/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun, mit Leichtigkeit ergaben sich Widersprüche, als man in den vier Urkunden, [den Evangelien], Aufschluss suchte und Unterschiedliches fand. Es ist wirklich kinderleicht nachzuweisen, dass sie [in vielem] nicht übereinstimmen. [Und man fragt sich:] Hat man das denn früher nicht bemerkt? Den Vorfahren mutet man leicht jede Torheit zu, [man tut so,] als ob sie die Evangelien nie gelesen hätten. So ist Jesus von Nazareth immer mehr zerflattert, [für viele in der modernen Zeit] ist er nur noch ein besonders guter Mensch. Das ist schmeichelhaft für den modernen Menschen; [für ihn] ist Jesus von Nazareth ein Mensch wie alle anderen, nur etwas höher: [wie] Plato, Sokrates. So wurde Jesus zum «schlichten Mann von Nazareth». Je einfacher, je allgemeiner [sein Bild wurde], desto lieber, desto mehr glaubte man, dass es der historischen Wahrheit entspreche. Das heißt [man] «vorurteilslose Forschung». Objektiv wird da nur, was man eben [scheinbar] als objektiv erkennt. Die größten Theologen meinten, man müsse vorurteilslos herangehen, nichts für wahr annehmen, aber [was tun sie?] Sie gehen hin und streichen einfach [was ihnen in den Evangelien nicht einsichtig ist]. Daher [kommt dann] die Frage: «Hat Jesus gelebt?» Kein anderes Ergebnis war [einer solchen Denkweise] möglich. Äußerlich, historisch, ist die Existenz des Jesus nicht beweisbar. [Professor] Drews cum suis hat durchaus Recht mit der Art, wie er es vorbringt. [Er ist nämlich in seinem Denken konsequent]. Alles andere wäre wie ein Zappeln um etwas, was man doch nicht beweisen kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"II. Christus und das zwanzigste Jahrhundert","site_heading":null,"date":"1912-02-22","location":null,"word_count":239,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1912-02-22/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1912-02-22/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69c/1912-02-22/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}