II. Christus und das zwanzigste Jahrhundert

GA 69c/1912-02-22/p012 ·1912-02-22 · original (original)
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Die Geisteswissenschaft stellt sich in die Kultur hinein; [sie kommt durch gewisse Methoden zu Erkenntnissen über den geistigen Gang der Menschheitsentwicklung], wie auseinandergesetzt worden ist in dem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache». Dieser Titel ist nicht beliebig gewählt: Es ist nicht christliche Mystik [gemeint], sondern [es geht darum, dass] der Christus-Impuls als treibende Kraft desjenigen zu begreifen ist, was in der äußeren, physischen Wirklichkeit gefunden wird. Der wichtigste Impuls in der Erdenentwicklung ist der Christus-Impuls; er ist der Schwerpunkt dieser ganzen geschichtlichen Entwicklung. Die Geisteswissenschaft knüpft wieder an [dasjenige, was] die Gnosis [wollte], aber [sie tut es aus sich heraus, ganz] unabhängig davon. Die Menschenseele wirkte in den vorchristlichen Zeiten ganz anders als heute. Es ist eine Unart, dass man das nicht anerkennen will, dass die Menschenseele anders war. [...] Früher war das traumhafte Hellsehen ein dritter Zustand zwischen dem Schlafen und dem Wachen. Der Mensch wusste da, es gibt geistige Wesen, wie er heute weiß, dass es Pflanzen und Tiere gibt. Die alten Sagen und Mythen sind Bilder für das, was der Mensch geschaut hat. Die Mythen sind umgesetzte alte hellseherische Erlebnisse. [Aber dieses Hellsehen musste verloren gehen, denn dieses war ein Vorspiel für die Herausbildung des Ichs in der Menschheitsentwicklung, für die Herausbildung des vollen Ichs des Menschen in der physischen Welt, des auf sich selbst gebauten Seins des Menschen.]

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