Von Jesus zu Christus
Nun werde ich heute Abend sozusagen eine ganz besondere Art [des Mitteilens] für mein Thema wählen müssen, denn was der Geistesforscher, wenn er die eben angedeutete Vorbereitung für seine Erkenntnisse hat, erkennt, das erlangt er durch ein unmittelbares Geistesschauen, wenn er - abgetrennt vom Leibe - sich im Geistig-Seelischen betätigt und den Geistesblick auf die Ereignisse, auf die Vorgänge der Welt richtet. So unmittelbar ist es nicht mitzuteilen, was der Geistesforscher erschaut; es lässt sich nur mitteilen, wenn der Geistesforscher den Blick auf Verhältnisse hinlenkt, die in der gewöhnlichen Welt zu sehen sind - auf Verhältnisse, die jeder Mensch sehen kann -, wie man sie nur anschauen kann, wenn eben der Gesichtspunkt des geistigen Schauens gewählt wird. Daher werde ich hinzuweisen haben auf gewisse Vorgänge des äußeren Lebens, und es könnte manchem der verehrten Zuhörer so vorkommen, als ob ich nur in Gleichnissen, vielleicht in Analogien, redete. So werden die Auseinandersetzungen nicht gemeint sein! Was ich aber meine, was wohl wie Analogie aussehen wird, das ist nur eine Sprache, um dasjenige auszudrücken, was die Geistesforschung über unsere Fragen zu sagen hat.
Cite:
GA 69c/1913-11-15/p009 · edition original