{"corpus":"steiner","locus":"GA 69c/1913-11-15/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir brauchen uns jetzt nicht in die Gestaltung der Menschheitsentwicklung einzulassen, wie sie sich in den Urzeiten vollzog; wir werden nur voraussetzen müssen, dass den geschichtlichen Zeiten ganz gewiss Urzeiten vorangegangen sind. Aber jeder kann da, wenn er auch nur ganz oberflächlich den Blick schweifen lässt über die Menschheitsentwicklung, sagen: Was die Menschheit von Epoche zu Epoche, von Jahrhundert zu Jahrhundert durchgemacht hat, das hat verschiedene Gestaltung gehabt. - Und dann liegt wohl nicht ferne, dass wir uns fragen: Lässt sich dieses Gesamtleben der Menschheit mit irgendetwas vergleichen? — Was ich sage, ist zwar dem Werdegang der Menschheit entnommen, aber es wird hier so vorgebracht, wie es sich dem geistesforscherischen Blick ergibt. Ich muss mich nur an die äußeren Tatsachen wenden und so die Worte [finden], um auszudrücken, was der geistesforscherische Blick sieht. Um über die Menschheitsentwicklung einigen Aufschluss zu erhalten, kann man fragen: Womit lässt sich diese Gesamtmenschheitsentwicklung vergleichen? - Nun, sie lässt sich vergleichen mit dem Einzelleben des Menschen. Verschieden war das menschliche Leben in alten Zeiten, in den historischen Zeiten, zu denen heute die Geschichte zurückblickt, sagen wir, die Zeiten der alten ägyptischen Kultur, der alten chinesischen und persischen Kultur. Verschieden waren auch die Erlebnisse in der griechischen und römischen Kultur von den Erlebnissen in der heutigen Kulturwelt. Und nur jemand, der nicht eingehen will auf die Mannigfaltigkeit des Lebens, kann glauben, dass die Bedingungen des seelischen Daseins in unserer Gegenwart etwa jenen zu vergleichen seien, die während der griechischen und römischen Zeit, die während der alten ägyptischen Zeit da waren. Ebenso wenig gleichen die Erlebnisse des einzelnen Menschen in der Kindheit denen im Jünglings- oder Jungfrauenalter oder denen im reifen Alter, im Greisenalter. Die Menschheitsentwicklung nimmt verschiedene Gestalten an; wir können geradezu sagen, sie macht verschiedene Lebensalter durch. Dann aber entsteht die andere Frage: Mit welchem Stadium im menschlichen Einzelleben können wir das jetzige Menschheitsalter vergleichen? Diese Frage kann eigentlich nur geisteswissenschaftlich beantwortet werden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Von Jesus zu Christus","site_heading":null,"date":"1913-11-15","location":null,"word_count":318,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1913-11-15/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1913-11-15/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69c/1913-11-15/p013"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}