Von Jesus zu Christus
Man braucht nur einmal sein Augenmerk darauf zu richten, braucht von diesem Gesichtspunkt aus nur zu vergleichen, was die Menschheit [in der heutigen Kultur] mit ihren bewunderungswürdigen Errungenschaften erlebt, mit dem, was in der ägyptisch-chaldäischen oder griechisch-römischen Kultur erlebt worden ist. Ich will nur Oberflächliches anführen, will darauf hinweisen, dass gerade jene bewunderungswürdigen Errungenschaften der Technik und Industrie die Konsequenzen der Naturwissenschaft sind; und gerade dieses zeigt, dass der Mensch bereits in einem Zeitalter lebt, das sich losgelöst hat von seinem äußeren Leben und von dem, was unmittelbar mit seiner Leiblichkeit zusammenhängt. Die ägyptische und griechische Kultur stellte den Menschen so in die Welt hinein, wie gleichsam das Kind oder der jugendliche Mensch in die Welt hineingestellt ist, in dem alle Verrichtungen noch unmittelbar abhängig sind von dem, was mit dem Menschen und seiner Leiblichkeit zusammenhängt. Ein aufsteigendes Leben ist das, was wir am einzelnen Menschen in der Kindheit beobachten; ein Leben hingegen, losgelöst vom Menschen, verrichtet gleichsam in der Objektivität, alles maschinenhaft, wie mechanisch losgelöst - das ist unser gegenwärtiges Leben!
Cite:
GA 69c/1913-11-15/p018 · edition original