Von Jesus zu Christus

GA 69c/1913-11-15/p025 ·1913-11-15 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Bei den ägyptischen und griechischen Mysterien war die Sache so, dass die Schüler daran gewöhnt wurden, alle Blicke von der Außenwelt abzulenken und alle Wahrnehmungen nach innen zu kehren. Sie lernten, in einen Zustand zu kommen, der sonst beim Menschen nur - man kann sagen, unwillkürlich - eintritt, wenn der Mensch in den Schlaf versetzt wird, wo die äußeren Sinneseindrücke aufhören, wo die Welt ihre Impulse mehr von innen auf den Menschen wirken lässt. So wurde die Seele eines solchen Mysterienschülers ganz in sich selbst hineingeführt, wodurch sein inneres Leben verstärkt wurde. Eine solche Seele lebte ein innerliches, intensives Leben, wie es der Mensch im Wachzustande nie erleben kann, wenn er den äußeren Sinneseindrücken hingegeben ist. Eine solche Seele erlebt sich innerlich in einem viel intensiveren, stärkeren Leben. Und eine solche Seele kam dann, ab einem bestimmten Punkte ihres inneren Erlebens, dazu, von sich sagen zu können: Der Mensch ist etwas, wovon er erst erfährt, wenn er sich herausreißt von allem Sinnesleben, wenn er sich ganz stark in sich selber erlebt.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/69c/1913-11-15/p025.json
Cite: GA 69c/1913-11-15/p025 · edition original