Von Jesus zu Christus

GA 69c/1913-11-15/p026 ·1913-11-15 · original (original)
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Dann kam immer eine ganz bestimmte, eigenartige Stimmung über den Schüler - es war ja eine Erfahrungssache, zu dieser [besonderen] Stimmung zu kommen -, aber die Schüler kamen eben zu dieser Stimmung. Diese bestand darin, dass der Schüler aus seinem inneren Leben heraus, aus dem, was er im verstärkten Seelenleben wahrnahm, sich sagte: So wie ich im gewöhnlichen Menschenleben bin, war ich [bisher], um mit der äußeren Sinneswelt zusammenzuleben; so bin ich aber nicht in meiner vollen Menschennatur, in dem, was ich eigentlich als Mensch sein sollte. Dies erreiche ich in der Welt nur, indem ich mich in mir selber stärke, mich in mir selber erfühle, erlebe. - Dadurch kam der Schüler zur selbstverständlichen Erkenntnis, dass der Mensch in seinem Innern einen geistig-seelischen Kern trägt, den er in seinem äußerlich-leiblichen Leben nicht ausleben kann, dass der Mensch zu höheren Seeleneigenschaften kommen kann als im äußeren Leben. Der Mensch fühlte sich, wenn er sich so in einem höheren Sinne innerlich als Mensch erlebte, der Gottheit näher - der Gottheit, in der sein Urquell ist. Er fühlte sich dem Punkte näher, wo sich das menschliche Seelenleben unmittelbar angliedert an den Urquell des Daseins, des Lebens. Er fühlte sich in seiner göttlichen Heimat. Er fühlte sich geboren aus dem göttlichen Weltengrunde; er erlebte sich im Zusammensein mit seinem Gotte, mit seinem Ursprung. Dies war der Weg, den die einzelne Seele durchmachte.

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Cite: GA 69c/1913-11-15/p026 · edition original