Von Jesus zu Christus

GA 69c/1913-11-15/p031 ·1913-11-15 · original (original)
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Da kam das Zeitalter, in dem die Jugendkräfte der Menschheit gewissermaßen versiegt waren, in dem das ganze Menschengeschlecht angekommen war auf derjenigen Stufe, in der der einzelne Mensch zwischen dem dreißigsten und fünfunddreißigsten Jahre steht. Nun müsste ich wiederum viele Vorträge halten, wenn ich das, was jetzt zu sagen ist, durch weitere Ausführungen belegen müsste. Zu jener Zeit, [als die Menschheit in] dieses Entwicklungsalter [eintrat], hatten die alten Mysterien für die Menschen ihren Sinn verloren, weil ja das, was eben angedeutet worden ist - die Mysterien -, einer jugendlichen Menschheit gegeben war. Jetzt trat dasjenige ein, was heute für den Menschensinn noch so schwer anzuerkennen ist. Was in den alten Mysterien in der Tat über den einzelnen Schüler kam und sich nur dann vollzog, wenn er aus dem gewöhnlichen, aus dem Alltagsleben heraustrat, wenn er seine Seele aus sich herausholte, [das trat nicht mehr ein]; es trat das ein, dass der Mensch, wenn er auch den Versuch weiter gemacht hätte, sich so aus sich herauszuholen, nicht mehr ein Geistig-Seelisches aus dem Kosmos hätte ankommen sehen. Die alten Schüler fühlten, wenn sie auf dem richtigen Punkt der Entwicklung waren: Was der Welt als geistig-seelisches Element zugrunde liegt, kommt über mich, dringt in mich ein. — Der Mysterienschüler, namentlich der persische und vorderasiatische, fühlte, wenn er in seinem nicht-gewöhnlichen menschlichen Zustande war, wie der Geist sich auf seine Seele niederließ, wie er vom Geist der Welt durchdrungen wurde. Solange Jugendkräfte in der Menschheit waren, war es so. Man kann nun nachweisen, dass während der griechisch-lateinischen Zeit dies eben für die menschliche Natur aufhörte und eine Zeit kam, wo man alle die alten Verrichtungen hätte machen können, ohne jedoch wie früher aus dem Weltall heraus inspiriert zu werden, wo die Inspiration nicht mehr eintrat, weil der Mensch nur mit der frischen, unverbrauchten Jugendkraft [der Menschheit] in seiner Seele die Fähigkeit hatte, sich in Mysterienart von den Welten inspirieren zu lassen.

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Cite: GA 69c/1913-11-15/p031 · edition original