{"corpus":"steiner","locus":"GA 69c/1913-11-15/p050","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So kommt die Geisteswissenschaft zu dem Christus und durch den Christus zum historischen Jesus, und das in einer Zeit, in welcher die äußere Forschung so vielfach daran rüttelt. Ich kann mich auf dieses Rütteln nicht einlassen, aber es gibt auch hier in Hamburg eine Welt der äußeren Wissenschaft, die so vielfach rüttelt aus den [ihr zugänglichen] Urkunden heraus an dem historischen Jesus. Es wird das, was an diesem Abend speziell vorgebracht worden ist, selbstverständlich Widerspruch über Widerspruch wecken können. Und ich kann diesen Widerspruch voll begreifen, wenn mancher, der heute zugehört hat, morgen sich sagt: Das ist doch alles nur eine Träumerei, die da ausgesprochen worden ist. — Es mag sein, dass dies heute noch so aussieht, aber der Geistesforscher weiß, wie es um diese Dinge steht, er weiß, dass man heute noch so denken muss über diese Dinge, wie man seinerzeit über die große Weltanschauung so mancher Reformatoren dachte. Es weiß der Geistesforscher, dass ein ernster Impuls gegeben ist mit diesen seinen Andeutungen über den Weg, den die Geisteswissenschaft macht, um durch eine geistige Betrachtung der Menschheitsentwicklung selber zu dem Christus zu kommen und aus der Natur dieses Christus die Notwendigkeit einzusehen, so zu dem Jesus zu kommen, zu dem historischen Jesus. Man könnte das paradoxe Wort aussprechen: Gäbe es keine Evangelien, wären alle Evangelien verloren gegangen, so käme die Geisteswissenschaft trotzdem aus dem Entwicklungsgang der Menschheit zu der Erkenntnis des göttlichen Christuswesens, und von diesem göttlichen Christuswesen zur Erkenntnis der historischen Tatsache, dass dieses Christuswesen gelebt hat zu der Zeit, als die griechisch-römische Kulturentwicklung ihren Wendepunkt erreichte. Und würde man auf die Einzelheiten eingehen, so würde man mehr oder weniger genau, man möchte sagen mit einer mathematischen Notwendigkeit, angeben können, in welcher Zeit Christus gelebt hat und gelebt haben muss.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Von Jesus zu Christus","site_heading":null,"date":"1913-11-15","location":null,"word_count":292,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1913-11-15/p050","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/69c/1913-11-15/p050"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/69c/1913-11-15/p050","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}